Literatur-Konzert in der Frickmühle Müllheim
Dienstag, 21.07.2026, 19 Uhr
„Schläft ein Lied in allen Dingen…” (Joseph von Eichendorff)
Worte und Musik sind seit jeher auf besondere Weise miteinander verbunden – sie spiegeln einander, widersprechen sich, vertiefen, was unausgesprochen bleibt. In diesem Literaturkonzert begegnen sich bedeutende Stimmen der deutschsprachigen Literatur und der klassischen (Kammer)Musik. Den Auftakt bildet die poetische Natur- und Sehnsuchtswelt Joseph von Eichendorffs, deren leise Bewegung sich in der Klarheit und Eleganz Wolfgang Amadeus Mozarts fortsetzt. Mit E. T. A. Hoffmann begegnen wir einer Künstlerseele, in der Fantasie und seelische Abgründe eng verwoben sind. Seine zerrissene Innerlichkeit findet in Robert Schumann einen erstaunlich nahen Widerhall: Auch Schumann lebte zwischen lyrischer Empfindsamkeit und dunklen hypnotischen Traumwelten – was sich in seiner ausdrucksstarken und tiefgründigen Musik widerspiegelt. Von hier führt der Weg fast selbstverständlich zu Heinrich Heine, dessen schwärmerische Naturbilder oder gefühlvolle Motive häufig durch plötzliche, geistreiche Ironie, Witz und beißenden Sarkasmus gebrochen werden. Die Vertonungen seiner Gedichte durch Johannes Brahms gehören zu den feinsten Werken des romantischen Kunstlieds. Brahms vertonte im Vergleich zu Robert Schumann oder Franz Schubert nur wenige Heine-Gedichte, wählte dafür aber oft tiefgründige, weniger populäre Texte. Mit Johann Wolfgang von Goethe tritt eine überragende literarische Autorität hinzu, deren Wirkung bis in die Musik des 19. Jahrhunderts reicht. Felix Mendelssohn setzte sich intensiv mit Goethes Werk auseinander – ihre Begegnung war nicht nur künstlerisch, sondern auch persönlich von gegenseitiger Achtung geprägt. Rainer Maria Rilke öffnet schließlich den Blick in die Sprachlandschaften des 20. Jahrhunderts: verdichtet, existenziell, von Schweigen und Klang gleichermaßen durchzogen. Ludwig van Beethoven, dessen Musik Rilke intensiv beschäftigte und der für ihn eine Art metaphysische Instanz war, setzt dazu ein kraftvolles, zeitloses musikalisches Zeichen. Zum Abschluss begegnen wir Stefan Zweig – ein feinsinniger Beobachter mit brillantem Verstand. Sein außergewöhnliches Gespür für psychologische Nuancen findet im Werk von Richard Strauss einen kongenialen musikalischen "Partner" – nicht zuletzt, weil Zweig selbst als Librettist mit Strauss zusammenarbeitete.
Angelika Doetsch (Lesung)
Sabine Kronberger, Janina Kronberger (Violine)
Magnus Boye Hansen (Viola)
Jakob Schall (Cello)
Tickets nur an der Abendkasse