Kammerkonzert in der Peterskirche Blansingen

Donnerstag, 23.07.2026, 19 Uhr

„Von Licht und Schatten”

Dieses Kammerkonzert führt auf eine musikalische Reise durch den Kreislauf der Zeit. Die Dramaturgie folgt dabei dem atmosphärischen Zyklus eines Tages – vom ersten Morgenlicht über die Helligkeit des Tages und die Dämmerung des Abends bis in die Dunkelheit der Nacht und schließlich zu einem neuen Morgen. Im Morgenlicht: Den Auftakt bildet Hugo Wolfs "Italienische Serenade". Das Werk strahlt Leichtigkeit, Wärme und eine beinahe unbeschwerte Lebensfreude aus. Es ist Musik voller Bewegung und Erwartung, wie ein Tag, der gerade erst beginnt. Drei Lieder von Richard Strauss – „Du meines Herzens Krönelein“, „Meinem Kinde“ und das berühmte „Morgen!“ – vertiefen diese Stimmung. Sie erzählen von Liebe, Geborgenheit und der Hoffnung auf das Kommende und lassen den Zauber der frühen Stunden aufscheinen. Im Licht des Tages: Mit Maurice Ravels Sonate für Violine und Cello erreicht die Reise den hellen Tag. In der Beschränkung auf nur zwei Streichinstrumente entfaltet Ravel eine Musik von großer Klarheit und Konzentration. Präzise Linien, scharfe Konturen und ein wacher Blick auf die Gegenwart prägen dieses Werk – wie das klare Licht eines Tages, in dem alles sichtbar wird. Am Abend: Giacomo Puccinis „Crisantemi“ führt uns in die Dämmerung, in der die Farben des Tages langsam verblassen. Der Streichquartettsatz entstand in einer einzigen Nacht und bewahrt die Erinnerung an einen verstorbenen Freund. Der Schmerz über den Verlust wird in einer wunderschönen dunklen Melancholie festgehalten. In der Nacht: Drei weitere Lieder von Richard Strauss begleiten in die Dunkelheit. Das „Wiegenlied“ schenkt Ruhe und Geborgenheit, „Die Nacht“ lässt die Grenzen zwischen Licht und Schatten verschwimmen, und „Zueignung“ entfaltet noch einmal eine leidenschaftliche, leuchtende Geste. Ein neuer Morgen: Den Abschluss bildet das Streichquartett in Es-Dur von Fanny Hensel als Symbol für einen kraftvollen Neuanfang. Indem sie die traditionelle viersätzige Form durch eine rhapsodische, beinahe improvisatorische Freiheit ersetzt, wirkt Hensels leidenschaftliche Tonsprache nach der Stille der Nacht wie ein stürmischer Morgenaufbruch.

Programm:

Hugo Wolf ​”italienische Serenade” G-Dur | Fassung für Streichquartett

Maurice Ravel ​Sonate für Violine und Violoncello

Giacomo Puccini ​”Crisantemi” für Streichquartett

Richard Strauss Lieder | arrangiert für Sopran und Streichquartett

Fanny Hensel ​​Streichquartett Es-Dur

Johanna Schutzbach (Sopran)

Sabine Kronberger, Janina Kronberger (Violine)

Magnus Boye Hansen (Viola)

Yerin Lee (Cello)